Bänderdehnung

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BänderdehnungBei einer Bänderdehnung oder auch Bänderzerrung handelt es sich um die Überdehnung von Bändern. Ist eine gewisse Dehnung überschritten, kommt es zu einem Bänderriss. Normalerweise haben die Bänder, die aus festem Bindegewebe bestehen, die Aufgabe Gelenke zu stabilisieren. Die Bänderdehnung ist eine Verletzung, die oft beim Sport entsteht. Eine Bänderzerrung kann aber auch im Alltag passieren. Am meisten betroffen sind die Sprunggelenke und Knie. Die Verletzung ist in der Regel vorübergehend. Jedoch kann eine Bänderdehnung bei manchen Menschen zu dauerhaften Auswirkungen wie beispielsweise einer Bewegungseinschränkung am betroffenen Band führen.

 

Bänderdehnung – Symptome

Die typischen Symptome bei einer Bänderdehnung sind Schwellungen und Schmerzen. Dies hängt von der jeweiligen Dehnung des betroffenen Bands aus. Die Schmerzen sind vor allem bei der Bewegung des verletzten Gelenks zu spüren. Im Gegensatz zu einem Bänderriss bildet sich bei einer Bänderdehnung kein Bluterguss (Hämatom), da das Blut nicht in das umliegende Gewebe gelangt. Ein Bluterguss ist bei einem Bänderriss meist die Regel.

 

Bänderdehnung – Ursachen

Am häufigsten kommt es beim Sport zu einer Bänderdehnung, wenn das betroffene Gelenk plötzlich übermäßig belastet wird. Die Stellen, bei denen die Sportverletzung meistens auftritt, sind Finger, Kniegelenke und Sprunggelenke am Fuß. In der Regel entsteht eine Bänderzerrung bei einer schnellen Drehbewegung. Aber auch häufig ist ein Umknicken die Ursache für eine schmerzhafte Bandverletzung im Sprunggelenk. Vor allem das vordere Kreuzband ist häufig betroffen. Das Kniegelenk wird durch vier Bänder stabilisiert, dem Innenband, dem Außenband, dem hinteren und vorderen Kreuzband. Zudem gibt es bestimmte Faktoren die das Risiko für eine Bänderdehnung erhöhen:

  • mangelnde Bewegung
  • Übergewicht
  • Sport auf unebenen Gelände
  • gewisse Sportarten wie Badminton, Tennis, Fußball, Volleyball, etc.
  • angeborene Bindegewebeerkrankungen
  • Vorausgegangene Schädigung der Bänder

 

Bänderdehnung – Diagnose

Bevor Sie bei einer Bänderdehnung einen Orthopäden aufsuchen, sollten Sie das betroffene Gelenk so gut wie möglich ruhig stellen. Beispielsweise durch die Verwendung von Krücken. Dadurch können Sie weitere stärkere Schmerzen vermindern. Die Diagnose fällt einem Facharzt nicht schwer. In der Regel genügt dem Arzt eine Anamnese (Krankengeschichte). Dabei möchte der Orthopäde wissen, wo die Schmerzen genau sind, wie der Unfallhergang war, ob das betroffene Gelenk bereits operiert wurde und ob es bereits eine Verletzung an der Stelle gibt. Anschließend kommt es zu einer körperlichen Untersuchung. Besteht der Verdacht, kommt es zu weiteren Untersuchungen mit einem Ultraschallgerät oder einer Magnetresonanztomografie (MRT).

 

Bänderdehnung – Behandlung

Bei einer Bänderdehnung ist es wichtig, dass das betroffene Gelenk geschont wird und es zu keiner weiteren Belastung kommt. Am besten fangen Sie mit der Behandlung direkt nach dem Auftreten an. Bei der Behandlung kommt die sogenannte PECH-Regel zum Einsatz.

P für Pause: Das betroffene Gelenk sollte nach Möglichkeit vollständig entlastet werden. Belasten Sie das Gelenk jedoch weiterhin kann sich die Verletzung verschlimmern.

E für Eis: Anschließend kühlen Sie das Gelenk für ungefähr 15 bis 20 Minuten mit Coolpacks (Eispackungen). Dies wirkt einer Schwellung entgegen. Das Eis darf jedoch nicht direkt auf der Haut liegen.

C für Compression: Danach legen Sie einen Druckverband um das betroffene Gelenk. Dies verhindert eine Einblutung in das Gewebe. Am besten ist eine Kombination aus Druckverband und Kühlung.

H für Hochlagern: Nun ist es wichtig das betroffene Gelenk hochzulegen, um eine mögliche Schwellung einzuschränken. Denn das venöse Blut kann so leichter zum Herzen zurückfließen.

Nach dem Anwenden der PECH-Regel ist das Gelenk weiterhin voll belastbar, solange es keine Schmerzen gibt. Das betroffene Gelenk kann dann weiterhin für sechs bis acht Wochen mit einer speziellen Stabilisationsschiene gestützt werden.

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