Elektromobil

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ElektromobilBei einem Elektromobil (auch Seniorenmobil oder Elektroscooter genannt) handelt es sich um kleines, offenes, mehrspuriges und elektrisch angetriebenes Leichtfahrzeug, das Menschen mit Gehbehinderung, die Möglichkeit bietet, sich leichter und schneller fortzubewegen und somit die Lebensqualität verbessert. Vor allem für längere Strecken sind Elektromobile gut geeignet. Aufgrund der Größe ist ein Elektromobil nicht unbedingt für den Innenbereich geeignet, außer es handelt sich um eine geräumige und barrierefreie Wohnung.

Da der Einstieg in ein Elektromobil selbst bewältigt werden muss, richtet sich das Fahrzeug an Menschen mit einer Gehbehinderung, die jedoch noch selbstständig gehen können. Außerdem muss der Fahrer noch in der Lage sein beide Arme und Hände gut nutzen zu können, um das Elektromobil zu lenken. Das Seniorenmobil unterstützt also nur Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Eine ähnliche Gehhilfe ist ein Rollstuhl oder ein Elektrorollstuhl.

 

Elektromobil – Kosten

Die Preise und Kosten variieren je nach Herstellermodell. Der Anschaffungspreis für so ein Krankenfahrstuhl liegt zwischen 1.500 € und 10.000. Hinzu kommt die Haftpflichtversicherung von ca. 50 € – 65 €. Außerdem fallen für die Batterie Kosten von ca. 10 € – 30 € pro Monat an. Je nach Zustand des Elektromobils fallen noch Kosten für die Reparatur an.

 

Elektromobil – Krankenkasse

Ein Seniorenmobil ist als Hilfsmittel von den Krankenkassen anerkannt und im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherungen gelistet. Somit können die Hilfsmittel bei medizinischer Notwendigkeit von den Krankenkassen bezuschusst werden. Das Rezept für kann der Facharzt verordnen. Nur durch das Rezept kommt es zu einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Die Kostenübernahme der Krankenkasse für das Hilfsmittel durch Rezept wird gewährleistet bei folgenden Voraussetzungen:

  • Die Gehfähigkeit des Patienten ist so eingeschränkt, dass er seine Grundbedürfnisse außerhalb und innerhalb der Wohnung nicht mehr wie gewohnt nachkommen kann.
  • Das Elektromobil beugt einer drohenden Behinderung vor.
  • Die Auswirkungen einer Behinderung kann ausgeglichen oder behoben werden.
  • Handgetriebene Rollstühle können aufgrund einer körperlichen Behinderung nicht benutzt werden.
  • Andere Hilfsmittel wie Rollatoren reichen nicht aus, um die Mobilität zu gewährleisten.
  • Für das Elektromobil ist eine Unterbringungsmöglichkeit (Garage) notwendig.

 

Elektromobil Arten

Dreirad-Elektromobil

Diese Art der Seniorenmobile hat, wie der Name schon sagt drei Räder und ist somit platzsparender im Vergleich zu einem Vierrad. Dieses Modell ist besonders wendig und deshalb ideal für den Einsatz in einer geräumigen Wohnung. Zudem sind diese Elektromobile leicht zu fahren.

Vierrad-Elektromobil

Die Anschaffung von einem Vierrad-Elektromobil ist besonders für längere Strecken ideal. Diese Modelle sind meistens schneller und können aufgrund der größeren Räder auch unebenes Gelände bewältigen.

Elektromobil-Zweisitzer

Bei diesem Modell können zwei Personen ein Fahrzeug gemeinsam benutzen. Somit sind diese Elektromobile besonders für Paare oder Freunde geeignet, bei denen beide aufgrund einer Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Die Nachteile sind, das dieses Modell einen größteren Parkplatz bentötigt und sperriger ist.

 

Die Reichweite von einem Elektromobil

Die Reichweite hängt von verschiedenen Faktoren wie Akku, Körpergewicht, Fahrstrecke, Fahrweise und Wetter ab. Die Hersteller geben einen ersten Anhaltspunkt. Sie versprechen eine Reichweite von 15 – 60 Kilometer.

Akku

Bei dem ersten Faktor, dem Akku, kommt es auf die Größe der Batterie an. Je größer der Akku, umso weitere Strecken können zurückgelegt werden. Die elektrische Spannung beträgt meist 12 Volt (V) und die Stromstärke liegt je nach Größe bei etwa 7 – 130 Amperestunden (Ah). Das Alter der Batterie kann ebenfalls die Reichweite vermindern. Bei alten Akkus gibt es noch den gefürchteten Memory-Effekt. Um diesen zu umgehen laden Sie den Akkus am besten 10 – 20 mal mit dem Ladegerät komplett auf und lassen die Batterie wieder tief entladen. Zudem kann der Akku geschont werden, indem beispielsweise die Beleuchtung nur benutzt wird, wenn es erforderlich ist.

Fahrstrecke und Gesamtgewicht

Die vom Hersteller angegeben Reichweiten wurden unter besten Voraussetzungen ermittelt. Unebenheiten, wie eine Steigung wurden nicht berücksichtigt. So verringert eine Steigung oder ein nicht asphaltierter Weg die Reichweite enorm.  Auch das Gesamtgewicht spielt eine wichtige Rolle. Zu dem Körpergewicht des Fahrers kommt das Gewicht der jeweiligen Zuladung. Bei der Zuladung kann es sich beispielsweise um den Einkauf handeln.

 

Wie schnell sollte ein Elektromobil sein?

Es gibt hauptsächlich zwei Modelle mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Zum einen gibt es Modelle, die Höchstgeschwindigkeiten bis zu 6 km/h erreichen. Diese reichen aus, wenn das Elektromobil nur in der Wohnung oder in der Innenstadt zum Einsatz kommt. Zudem sind diese Modelle billiger. Zum anderen gibt es Modelle, die eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h erreichen. Sie eignen sich hervorragend, um Steigungen und längere Strecken zu bewältigen. Diese Seniorenmobile sind also für unternehmungslustige Nutzer besonders geeignet.

 

Rechtliches zum Elektromobil

Unter § 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung werden Elektromobile als motorisierte Krankenfahrstühle aufgeführt. Eine Hauptuntersuchung ist nicht notwendig. Sowohl ein Führerschein als auch eine Zulassung sind für Modelle, die einen Sitz haben und maximal 15 km/h erreichen, nicht erforderlich. Modelle, die maximal 6 km/h erreichen, dürfen Gehwege benutzen. Falls keine Gehwege vorhanden sind, darf die Fahrbahn genutzt werden. Für Modelle über 6 km/h gilt § 3 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Diese erfordert eine Bauartgenehmigung oder eine Einzelgenehmigung (Betriebserlaubnis) für den öffentlichen Straßenverkehr.

Darüber hinaus ist eine Haftpflichtversicherung, die Personen-, Sach- oder Vermögensschäden absichert, für Modelle die schneller sind als 6 km/h, verpflichtend. Dies regelt das Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter. Das Versicherungskennzeichen ist jeweils nur für ein Jahr gültig. Der Zeitraum beginnt am 1. März und endet im Februar jeden Jahres.

 

 

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